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среда, 6 мая 2015 г.

Lizard - Lonely Are The Brave

Bitrate: 320K/s
Year: 2003
Time: 56:46
Size: 130,3 MB
Label: Art Beat Records
Styles: Southern Rock
Art: Front 

Tracks Listing:
 1. Travelling Band - 4:38
 2. Bring Me Some Water - 5:24
 3. Lonely Are The Brave - 4:49
 4. Run Away - 5:00
 5. No Tomorrow - 5:08
 6. Tell Me - 4:32
 7. Don't You Know - 4:46
 8. Don't Waste Your Life - 4:09
 9. Leaving - 6:05
10. Down The Line - 3:31
11. Coming Home - 6:37
12. Arrival - 2:03

Okay, wollen wir gleich zu Anfang eines klarstellen: "Lonely Are The Brave" ist KEIN Southern Rock! Und bevor alle aufheulen und eine Horde Rednecks die Tur zum Home of Rock eintritt, sag ich warum.
Southern Rock ist erstarrt. Und das seit ca. 30 Jahren. Nichts, gar nichts kann man im Southern Rock seitdem noch erfinden. Es spielt keine Rolle, ob die eine Band etwas harter, die andere etwas jamiger und die dritte etwas countrylastiger daherkommt. We had it all before.
Ich liebe Southern Rock wie keine zweite Musikrichtung. Ich brauche bei all meinen Helden auch keine Uberraschungen oder irgendwelche Experimente. Es genugt vollkommen, wenn sie alle paar Jahre mit einer sauberen neuen Platte daherkommen. Viele Gitarren, machtiger Gesang und eine handvoll ordentlicher Songs - bei denen einen das Selbstplagiat nicht direkt anspringt - ist ausreichend, um Southern Rocker wie mich glucklich zu machen.
Und deswegen ist die neue CD von LIZARD eben KEIN Southern Rock. Denn was wir auf "Lonely Are The Brave" erleben, ist in keinem Moment vorhersehbar, nicht kalkulierbar und mit keiner bisher erschienen Sudstaaten-CD vergleichbar. Keine Frage, selbstverstandlich sind auf "LATB" alle Southern-Insignien vertreten: Double Leads, Honky Tonk Piano, Hammond, Dobro und Slide Gitarren, dieser typische Gesang, der den Southerner verrat (auch wenn er aus dem Suden Deutschlands kommt), Balladen, Rocker, XL-Gitarrenschlachten etc.
Dumm nur, dass LIZARD inzwischen turmhoch uber den eingefahrenen Strukturen der Vorbilder aus dem Bible Belt fliegen. Ich will versuchen es zu verdeutlichen.
Man stelle sich vor, dass Bands wie THIN LIZZY, WISHBONE ASH und WHITESNAKE (wohlgemerkt, die guten alten Whitesnake!) uneheliche Kinder der ALLMAN BROTHERS sind, die bei einem heftigen Rudelbums mit LYNYRD SKYNYRD und DOC HATCHET entstanden sind. Diese anglo-amerikanischen Bastarde sind langst alt genug, um eigene Kinder zu haben und bei einer Studienreise durch old Europe wurde das Kleinkind LIZARD auf einer Autobahnraststatte vergessen. Das Papasohnchen entwickelte sich seinen gemischten Genen entsprechend und verweigert seit einigen Jahren konsequent die Alimenteschecks vom Big Daddy mit den Worten "Hey Alter, Du hast uns im Stich gelassen, jetzt machen wir unser eigenes Ding!".
(Dies ist ein Gleichnis! Die Abwesenheit des weiblichen Geschlechts, Jahreszahlen und Altersangaben spielen keine Rolle!)
Vor 2 1/2 Jahren bezeichnete ich "Southern Steel" als beste europaische Southern Rock Platte aller Zeiten. "Lonely Are The Brave" ist folgerichtig die beste europaische Nicht-Southern Rock Southern Rock Platte aller Zeiten geworden.
Die Unterschiede zum formidablen Vorganger sind grundsatzlich marginal aber doch relevant. Die Songs sind noch einen Tick ausgereifter, nicht einmal mehr ein Anflug von Holterdiepolter-auf-die-Vier-Klischee ist zu bemerken, die Produktion ist nochmals ein wenig druckvoller und satter, die Band ist wieder zwei Stucke enger zusammengewachsen und der Gesang ist erstmals auf einer Studioplatte zu glatten 100 Prozent uberzeugend.
Wir hatten im Marz bereits die Gelegenheit, LIZARD bei den Aufnahmen im Studio zu beobachten und es stellte sich fur mich damals die Frage, wie Georg Bayer diese neuen, komplexen Songs singen sollte. Jetzt wei? ich es. Und zwar in aller Deutlichkeit. Einfach die Livesituation ins Studio geholt und drauflos gerohrt. So hatte ich es auch gemacht, aber ich kann nicht singen.
Genug der Gelobhudelei (dass ich Fan dieser Band bin wei? eh spatestens jetzt jeder), ans Eingemachte.
Beginnen wir mit Track #10. Down The Line ist das Musterbeispiel von Acoustic-Country-Rock. Diese Gitarren, dieses Dobro, dieser Gesang. Trotz rosaroter Fan-Brille: Es gibt nicht viele vergleichbar schone Songs. Gleich danach kommt die Ballade mit dem gewissen Steigerungseffekt. Ihr wisst schon, so wie es seit Free Bird alle gemacht haben. Coming Home ist aber anders, ganz ganz anders. Wir stellen fest, dass auch die beste Sekretarin nicht so schnell und prazise die Leertaste ihrer Tastatur bedienen kann, wie Berner und Dorfler sich die Noten um die Ohren hauen. Und schon ist die CD aus.
Doch was gehort an den Anfang einer ordentlichen Rockscheibe? Ein ordentlicher Rocker. Travelling Band ist mitnichten von CCR, sondern ein von des Bassisten Gnaden ganz dramatisch gepowerter Feger.
Der Ohrwurm: Don't You Know. Geht rein wie frisches Bier.
Seit 10 Jahren findet sich ein Lied immer wieder auf meinen Party-Kassetten bzw. CDRs: Bring Me Some Water, von Micky Moody und Bernie Marsden fur das BORDERLINE Projekt geschrieben. Einer meiner Jahrhundertsongs und jetzt ist er endgultig unsterblich, denn die neue Version ist unglaublich gut. Diese hinterhaltige Boogie-Gitarre im Hintergrund, die Vocals, die Leads... ohohoh, keine Party mehr ohne Water.
Bruce Brookshire von DOC HOLLIDAY stellt seine Stimme und Gitarre auf "Lonely Are The Brave" auch zur Verfugung. Ich bin ein mindestens so gro?er Bruce- wie LIZARD-Fan. Muss ich also uber das Ergebnis noch einen Ton verlieren? Genau wie uber den Rest der Platte. Kauft sie Euch selber!
Nur eine Frage bleibt offen: Wer singt die geilen Backings auf Run Away? Ralf?

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